Kurz gesagt
Die BU-Rente sollte so hoch sein, dass sie deine notwendigen monatlichen Ausgaben und wichtige Vorsorgeposten im Ernstfall realistisch abdeckt. Ein guter Ausgangspunkt ist dein Nettoeinkommen, entscheidend ist aber vor allem dein tatsächlicher Bedarf, nicht eine runde Zahl. Wichtig sind außerdem die Laufzeit des Vertrags sowie spätere Anpassungsmöglichkeiten wie Dynamik oder Nachversicherung.
Wenn du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchtest, stellt sich sehr schnell die zentrale Frage: Wie hoch sollte die BU-Rente sein? Die Antwort ist wichtig, weil die vereinbarte Rente im Leistungsfall darüber entscheidet, ob du deinen Alltag finanziell stabil halten kannst oder trotz Versicherung eine deutliche Lücke bleibt. Es geht also nicht nur um eine Zahl im Antrag, sondern um deine Miete, laufende Verträge, Vorsorge und die Frage, wie viel finanzieller Spielraum dir bei längerer Berufsunfähigkeit bleibt.
Viele schauen zuerst auf den Monatsbeitrag und wählen die BU-Rentenhöhe eher vorsichtig. Das ist verständlich, kann aber riskant sein: Eine zu niedrig angesetzte Rente hilft im Ernstfall nur begrenzt, wenn Miete, Lebenshaltung, Versicherungen, Kredite oder Altersvorsorge weiterlaufen. Sinnvoller ist es, die gewünschte BU-Rente zuerst aus deinem tatsächlichen Bedarf abzuleiten und danach zu prüfen, wie sich Beitrag, Laufzeit, Dynamik und Nachversicherung sinnvoll gestalten lassen.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein? Die kurze Antwort
Die BU-Rente sollte so hoch sein, dass du bei längerer Berufsunfähigkeit deine notwendigen monatlichen Ausgaben, wichtige Vorsorgebeiträge und einen realistischen Alltag weiter finanzieren kannst. Als Orientierung dient häufig dein aktuelles Nettoeinkommen, entscheidend ist aber dein tatsächlicher Bedarf. Eine Faustregel zur BU-Rente kann beim Einstieg helfen, ersetzt aber keine ehrliche Prüfung deiner Fixkosten, deiner Lebenssituation und deiner künftigen Einkommensentwicklung.
Praktisch bedeutet das: Du solltest nicht nur fragen, welche BU-Rente sich im Beitrag angenehm anfühlt, sondern welche Summe im Leistungsfall wirklich tragen würde. Wenn du heute schon weißt, dass Miete, Mobilität, Versicherungen und private Altersvorsorge einen großen Teil deines Einkommens binden, darf die BU-Rentenhöhe nicht zu knapp geplant werden. Gleichzeitig muss die beantragte Rente zu deinem Einkommen und zur versichererinternen Plausibilitätsprüfung passen.
Die Grundlogik: Welche Lücke soll die BU-Rente schließen?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung soll die finanzielle Lücke abfedern, die entsteht, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich länger nicht mehr ausüben kannst. Es geht nicht darum, irgendeine runde Summe zu wählen, sondern darum, dein wegfallendes Arbeitseinkommen sinnvoll zu ersetzen. Entscheidend ist, welche Ausgaben auch dann bestehen bleiben, wenn dein Gehalt oder Gewinn aus der Selbstständigkeit ausfällt.
Ein guter Ausgangspunkt ist dein heutiges Nettoeinkommen, weil du daraus deinen Alltag finanzierst. Davon bezahlst du zum Beispiel Wohnen, Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Freizeit, Rücklagen und häufig auch Beiträge zur privaten Altersvorsorge. Wenn die geplante BU-Rente deutlich unter diesen Ausgaben liegt, solltest du bewusst prüfen, welche Kosten du im Ernstfall wirklich senken könntest. Manche Kosten sinken vielleicht, andere bleiben unverändert oder steigen sogar, etwa wenn du zusätzliche Unterstützung im Alltag brauchst.
Wichtig ist außerdem: Die passende BU-Rentenhöhe ist keine einmalige Rechenaufgabe für immer. Berufseinstieg, Gehaltssprünge, Familienplanung, Immobilienfinanzierung, Teilzeitphasen oder Selbstständigkeit können deinen Bedarf deutlich verändern. Deshalb sollte die Absicherung nicht nur heute passen, sondern auch Entwicklungsmöglichkeiten für später bieten. Genau hier werden Dynamik und Nachversicherung zu wichtigen Vertragsbausteinen.
Warum eine zu niedrige BU-Rente ein häufiger Fehler ist
Eine zu niedrige BU-Rente ist problematisch, weil im Leistungsfall nicht der günstige Beitrag zählt, sondern die monatliche Leistung. Viele reduzieren die Rentenhöhe so lange, bis der Beitrag angenehm wirkt. Das kann kurzfristig nachvollziehbar sein, führt aber schnell dazu, dass die Versicherung zwar vorhanden ist, die finanzielle Lücke aber trotzdem groß bleibt. Besonders kritisch wird das, wenn feste Ausgaben kaum kurzfristig veränderbar sind.
Zu diesen Fixkosten gehören zum Beispiel Miete, laufende Kreditraten, Unterhaltspflichten, Beiträge für die Krankenversicherung, private Altersvorsorge oder andere wichtige Verträge. Wenn diese Ausgaben weiterlaufen, aber die BU-Rente nur einen kleinen Teil deines bisherigen Einkommens ersetzt, entsteht trotz Versicherung finanzieller Druck. Eine kleine BU-Rente kann besser sein als gar keine Absicherung, sie sollte aber nicht aus Versehen zu klein gewählt werden. Wenn der Beitrag begrenzt werden muss, lohnt es sich, bewusst über Stellschrauben wie Laufzeit, Dynamik, Nachversicherung oder eine spätere Erhöhung zu sprechen.
BU-Rente Höhe berechnen: Welche Ausgaben gehören dazu?
Die beste Orientierung bekommst du, wenn du deine monatlichen Ausgaben in Pflichtkosten, variable Kosten und Zukunftskosten aufteilst. Pflichtkosten sind Ausgaben, die du nicht kurzfristig streichen kannst, etwa Wohnen, Energie, Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen oder bestehende Verpflichtungen. Variable Kosten sind Dinge wie Freizeit, Urlaub, Restaurantbesuche oder Hobbys, bei denen du im Notfall eher anpassen könntest. Zukunftskosten sind oft weniger sichtbar, aber für eine realistische BU-Rentenhöhe besonders wichtig.
Zu diesen Zukunftskosten gehören Rücklagen, Altersvorsorge und größere planbare Ausgaben. Gerade bei längerer Berufsunfähigkeit kann es gefährlich sein, die private Altersvorsorge komplett einzustellen, weil dadurch später die nächste finanzielle Lücke entstehen kann. Die BU-Rente sollte deshalb nicht nur das heutige Überleben sichern, sondern auch ein Mindestmaß an finanzieller Planung ermöglichen. Das bedeutet nicht, dass jeder Wunsch abgesichert werden muss, aber notwendige Vorsorge sollte nicht automatisch aus der Rechnung verschwinden.
Hilfreich ist eine einfache Bedarfsliste. Notiere zuerst, welche Ausgaben zwingend weiterlaufen, und ergänze danach Kosten, die für einen normalen Alltag realistisch bleiben sollen. Anschließend prüfst du, welche Rücklagen, Vorsorgebeiträge oder Verpflichtungen du weiter bedienen möchtest. Aus dieser Summe ergibt sich ein deutlich besseres Gefühl dafür, welche BU-Rentenhöhe für dich passend sein kann.
Praktisches Beispiel ohne Schönrechnen
Stell dir vor, du bist im ersten festen Job, wohnst zur Miete und hast dich gerade an dein neues Einkommen gewöhnt. Dein Konto wirkt stabil, solange das Gehalt jeden Monat kommt. Fällt dieses Einkommen aber langfristig weg, bleiben die meisten festen Ausgaben trotzdem bestehen: Wohnung, Lebenshaltung, Mobilität, Versicherungen und vielleicht erste Spar- oder Vorsorgepläne. In dieser Situation wäre es zu kurz gedacht, die BU-Rente nur danach auszuwählen, welcher Beitrag spontan angenehm wirkt.
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Besser ist die Frage: Welche monatliche Summe müsste mindestens da sein, damit du nicht sofort deine Wohnung, deine Vorsorge oder wichtige Verträge infrage stellen musst? Genau diese Perspektive macht aus einer groben Schätzung eine realistischere Entscheidung. Wenn du später mehr verdienst, eine größere Wohnung beziehst oder Verantwortung für andere übernimmst, sollte der Vertrag idealerweise mitwachsen können. Deshalb ist die heutige Rentenhöhe wichtig, aber nicht der einzige Punkt.
Faustregel BU-Rente: hilfreich, aber nicht allein entscheidend
Eine Faustregel zur BU-Rente kann dir den Einstieg erleichtern, weil sie die Frage vereinfacht: Die Rentenhöhe sollte sich an deinem bisherigen Nettoeinkommen und an deinem tatsächlichen Lebensstandard orientieren. Solche Faustregeln sind aber nur ein Plausibilitätscheck. Sie sagen noch nicht, ob deine persönliche Situation eher eine höhere oder niedrigere Absicherung erfordert. Entscheidend bleibt, ob die geplante Rente deine notwendigen Ausgaben realistisch abdeckt.
Wenn du sehr niedrige Fixkosten hast, keine finanziellen Verpflichtungen und noch am Anfang deiner Karriere stehst, kann dein heutiger Bedarf anders aussehen als bei jemandem mit Familie, Immobilienfinanzierung oder hohem laufenden Lebensstandard. Umgekehrt kann gerade ein scheinbar niedriger Bedarf täuschen, wenn du künftig mit steigendem Einkommen, Familiengründung oder langfristiger Vorsorge planst. Deshalb solltest du die Faustregel nicht isoliert verwenden, sondern mit deiner Ausgabenliste und deiner Lebensplanung abgleichen.
Die bessere Herangehensweise lautet: Nutze eine Faustregel nur als Startpunkt und rechne danach konkret nach. Wenn die gewählte BU-Rente deine notwendigen Ausgaben nicht abdeckt, ist sie wahrscheinlich zu niedrig. Wenn sie deutlich über deinem nachvollziehbaren Bedarf liegt, kann es bei der Annahme oder der versichererinternen Prüfung Rückfragen geben. Eine gute Planung liegt zwischen Unterversicherung und unrealistisch hoher Absicherung.
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Welche Rolle spielen Versicherergrenzen und Angemessenheit?
Du kannst die BU-Rente in der Regel nicht unbegrenzt frei wählen. Versicherer prüfen, ob die beantragte Rentenhöhe zu deinem Einkommen, deiner beruflichen Situation und bereits bestehenden Absicherungen passt. Diese Prüfung soll verhindern, dass die versicherte Rente deutlich über dem nachvollziehbaren wirtschaftlichen Bedarf liegt. Die konkreten Grenzen, Nachweise und Bewertungsmaßstäbe hängen vom Versicherer, vom Tarif und von deiner Situation ab.
Für dich heißt das: Wenn du eine höhere BU-Rente absichern möchtest, solltest du deine Einkommenssituation sauber darstellen können. Bei Angestellten geht es meist um regelmäßiges Einkommen, bei Selbstständigen eher um eine nachvollziehbare Betrachtung der wirtschaftlichen Lage über einen passenden Zeitraum. Gerade bei schwankendem Einkommen, Bonuszahlungen, Provisionen oder beruflichen Veränderungen lohnt sich eine genaue Prüfung vor Antragstellung. So vermeidest du unnötige Rückfragen oder eine Begrenzung der gewünschten Rentenhöhe.
Wichtig ist auch, bestehende BU-Verträge oder andere Absicherungen einzubeziehen. Wenn du bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung hast und zusätzlich eine neue abschließen möchtest, zählt nicht nur der neue Vertrag, sondern die gesamte abgesicherte Rente. Eine gute Beratung prüft deshalb nicht isoliert einen neuen Antrag, sondern auch Laufzeit, Rentenhöhe, Bedingungen und Erhöhungsmöglichkeiten der vorhandenen Absicherung.
Typische Situationen und was sie für die BU-Rentenhöhe bedeuten
Nicht jede Lebenssituation führt zur gleichen Einschätzung. Ein Berufseinsteiger hat andere Fragen als jemand mit Kind, laufender Immobilienfinanzierung, Teilzeitphase oder bestehender Absicherung. Die folgende Übersicht hilft dir, deine eigene Lage besser einzuordnen, ohne daraus eine pauschale Rentenhöhe abzuleiten. Entscheidend bleibt immer, dass die BU-Rentenhöhe zu deinem Bedarf, deinem Einkommen und den konkreten Versicherungsbedingungen passt.
Gerade bei der Frage „BU-Rente wie hoch?“ werden häufig Situationen übersehen, die erst in den nächsten Jahren relevant werden. Dazu gehören zum Beispiel ein geplanter Immobilienkauf, eine Familiengründung, ein Wechsel in die Selbstständigkeit oder ein deutlicher Gehaltssprung. Wenn solche Veränderungen absehbar sind, solltest du sie nicht ignorieren, sondern bei der Vertragsgestaltung mitdenken. Die Tabelle zeigt deshalb nicht nur heutige Ausgangslagen, sondern auch typische Denkfehler.
Dynamik und Nachversicherung: Warum die BU-Rente mitwachsen sollte
Selbst wenn die BU-Rente beim Abschluss gut passt, kann sie später zu niedrig werden. Dein Einkommen kann steigen, deine Miete kann sich verändern, du gründest vielleicht eine Familie oder übernimmst langfristige Verpflichtungen. Zusätzlich verliert eine unveränderte Rente über längere Zeit an praktischer Kaufkraft, wenn deine Lebenshaltungskosten steigen. Deshalb sind Anpassungsmöglichkeiten ein wichtiger Teil der Planung.
Eine Beitrags- und Leistungsdynamik kann dazu beitragen, dass die vereinbarte Rente im Laufe der Zeit steigt. Wie genau das funktioniert, hängt von den Bedingungen deines Vertrags ab. Wichtig ist, Dynamiken nicht automatisch zu ignorieren, nur weil dadurch auch der Beitrag steigt. Sie können helfen, den Abstand zwischen vereinbarter BU-Rente und tatsächlichem Bedarf nicht zu groß werden zu lassen.
Kurz merken
Vor dem BU-Antrag zählt saubere Vorbereitung
- Gesundheitsfragen nicht aus dem Bauch heraus beantworten
- Patientenakte und alte Diagnosen vorher prüfen
- Bei Unsicherheit lieber eine anonyme Risikovoranfrage einordnen lassen
- Nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf Bedingungen und Absicherungshöhe
Nachversicherungsmöglichkeiten sind ebenfalls relevant. Sie können erlauben, die BU-Rente bei bestimmten Ereignissen oder unter bestimmten Voraussetzungen zu erhöhen, ohne dass alles komplett neu geprüft werden muss. Die Details unterscheiden sich je nach Vertrag deutlich, etwa bei Anlässen, Fristen, Höchstgrenzen und erforderlichen Nachweisen. Deshalb lohnt es sich, beim Abschluss nicht nur auf den heutigen Beitrag zu schauen, sondern auch auf die Frage, wie flexibel der Vertrag später ist.
Brutto, netto oder Lebenshaltung: Woran solltest du dich orientieren?
Für die praktische Planung ist dein Nettoeinkommen meist greifbarer als dein Bruttoeinkommen, weil du aus dem Netto deinen Alltag finanzierst. Trotzdem solltest du nicht einfach pauschal einen bestimmten Anteil deines Nettoeinkommens absichern, ohne deine Ausgaben zu prüfen. Besser ist die Kombination aus Einkommensblick und Ausgabenblick: Was kommt heute monatlich rein, und was müsste im Ernstfall weiterhin bezahlt werden? Diese doppelte Perspektive schützt dich davor, die BU-Rente entweder zu klein oder unrealistisch hoch anzusetzen.
Der Ausgabenblick ist besonders wichtig, wenn dein aktuelles Einkommen nicht deinem langfristigen Bedarf entspricht. Das kann bei Berufseinsteigern, Teilzeit, Elternzeitnähe, Selbstständigkeit oder stark schwankenden Einkünften der Fall sein. Dann kann die heutige Momentaufnahme zu niedrig oder zu hoch wirken. Eine realistische Planung berücksichtigt deshalb absehbare Veränderungen, ohne sich auf unsichere Zukunftsannahmen zu verlassen.
Außerdem solltest du prüfen, welche anderen Leistungen im Ernstfall denkbar wären. Je nach Situation können gesetzliche, betriebliche oder private Ansprüche eine Rolle spielen. Trotzdem sollte deine BU-Rente nicht darauf beruhen, dass im Ernstfall schon irgendeine andere Unterstützung reichen wird. Solche Annahmen sind oft unsicher und sollten individuell geprüft werden.
Häufige Fehler bei der Wahl der BU-Rentenhöhe
Ein häufiger Fehler ist, die Rentenhöhe nur am Beitrag festzumachen. Natürlich muss der Beitrag langfristig bezahlbar sein, sonst ist auch ein fachlich guter Vertrag nicht stabil. Wenn dadurch die abgesicherte Rente aber zu niedrig wird, verliert die Berufsunfähigkeitsversicherung einen großen Teil ihres Nutzens. Beitrag und Leistung müssen deshalb immer zusammen betrachtet werden.

Ein zweiter Fehler ist, die eigene Karriereentwicklung nicht mitzudenken. Wer früh abschließt, sichert oft wichtige Ausgangsbedingungen, aber das heutige Einkommen ist möglicherweise noch nicht der Maßstab für die nächsten Jahre. Wenn der Vertrag keine sinnvollen Erhöhungsmöglichkeiten bietet, kann die Absicherung später hinter dem Bedarf zurückbleiben. Das betrifft besonders Berufseinsteiger, junge Akademiker, Auszubildende, Selbstständige in der Aufbauphase und Menschen vor größeren Lebensentscheidungen.
Ein dritter Fehler ist, bestehende Verträge nicht sauber zu prüfen. Manche haben bereits eine ältere BU, eine Absicherung über den Arbeitgeber oder andere Bausteine, kennen aber die genaue Rentenhöhe, Laufzeit oder Bedingungen nicht. Vor einem neuen Abschluss solltest du deshalb klären, was bereits abgesichert ist und ob die Bausteine zusammenpassen. So vermeidest du sowohl Lücken als auch unnötige Überschneidungen.
- Nicht nur den Monatsbeitrag vergleichen: Entscheidend ist, welche Leistung im Ernstfall tatsächlich vereinbart ist.
- Laufzeit nicht unterschätzen: Eine zu kurze Laufzeit kann eine Lücke vor dem Ruhestand hinterlassen.
- Erhöhungsoptionen prüfen: Dynamik und Nachversicherung können später wichtig werden.
- Fixkosten ehrlich erfassen: Schönrechnen führt schnell zu einer zu niedrigen BU-Rente.
- Bestehende Absicherung einbeziehen: Mehrere Verträge sollten zusammen betrachtet werden.
So findest du eine sinnvolle BU-Rentenhöhe
Der sinnvollste Weg ist eine strukturierte Bedarfsermittlung. Starte mit deinen festen monatlichen Ausgaben und ergänze variable Kosten, die für deinen Alltag realistisch wichtig sind. Danach prüfst du, welche Vorsorgebeiträge, Rücklagen oder Verpflichtungen weiterlaufen sollen. So entsteht eine Bedarfsspanne, statt nur eine Bauchentscheidung.
Im nächsten Schritt vergleichst du diese Bedarfsspanne mit deinem Nettoeinkommen. Wenn die geplante BU-Rente deutlich unter deinen notwendigen Ausgaben liegt, solltest du nachjustieren. Wenn sie sehr hoch angesetzt ist, solltest du prüfen, ob sie zu deinem Einkommen passt und vom Versicherer akzeptiert werden kann. Beides ist wichtig: ausreichend Schutz und realistische Versicherbarkeit.
Zum Schluss geht es um die Vertragsgestaltung. Die BU-Rentenhöhe ist nur ein Baustein, auch wenn sie für deine finanzielle Stabilität besonders sichtbar ist. Ebenso wichtig sind Laufzeit, Bedingungen, Gesundheitsfragen, Dynamik, Nachversicherung und der Umgang mit konkreten Berufsmerkmalen. Eine niedrige Rente mit schwachen Bedingungen ist selten die bessere Lösung, nur weil sie auf den ersten Blick günstiger wirkt.
Entscheidungshilfe: Welche Fragen solltest du vor dem Abschluss klären?
Bevor du dich für eine konkrete BU-Rentenhöhe entscheidest, solltest du einige Fragen ehrlich beantworten. Sie helfen dir, die Rente nicht zu klein zu wählen und gleichzeitig realistisch zu bleiben. Besonders hilfreich ist es, diese Punkte schriftlich festzuhalten, weil du dadurch Lücken schneller erkennst. Wenn du bei mehreren Fragen unsicher bist, ist eine fachliche Einordnung sinnvoll.
- Welche Ausgaben laufen auch dann weiter, wenn dein Einkommen langfristig ausfällt?
- Welche Kosten könntest du realistisch senken, ohne deine Lebensgrundlage zu gefährden?
- Welche Vorsorgebeiträge oder Rücklagen möchtest du weiter bedienen?
- Wie wahrscheinlich sind in den nächsten Jahren Gehaltssprünge, Familienplanung, Immobilienkauf oder Selbstständigkeit?
- Gibt es bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder andere Absicherungen?
- Welche Möglichkeiten bietet der Vertrag, die BU-Rente später zu erhöhen?
Wenn du diese Fragen beantwortest, wird die Entscheidung deutlich klarer. Du erkennst, ob deine geplante BU-Rente nur gut klingt oder tatsächlich zu deinem Leben passt. Genau darum geht es bei einer guten Absicherung: nicht um eine pauschale Zahl, sondern um eine tragfähige Lösung für deine konkrete Situation.
Wann ist individuelle Beratung sinnvoll?
Individuelle Beratung ist besonders sinnvoll, wenn deine Einkommenssituation nicht ganz einfach ist, du bereits Verträge hast oder größere Veränderungen absehbar sind. Dazu gehören zum Beispiel Selbstständigkeit, variable Gehaltsbestandteile, eine geplante Immobilienfinanzierung, Familienplanung oder ein älterer BU-Vertrag mit unklaren Bedingungen. Auch Gesundheitsfragen sollten vor einem Antrag sorgfältig vorbereitet werden, weil sie für die Annahme und die Vertragsgestaltung wichtig sein können.
Wenn du unsicher bist, welche BU-Rentenhöhe zu deinem Einkommen, deinen Fixkosten und deinen Zukunftsplänen passt, hilft eine fachliche Einordnung dabei, deine Optionen besser zu sortieren. Ziel ist nicht, automatisch die höchste Rente zu wählen, sondern eine nachvollziehbare und bezahlbare Absicherung zu finden. Dafür sollten Bedarf, Versicherbarkeit, Laufzeit, Dynamik, Nachversicherung und bestehende Verträge gemeinsam betrachtet werden.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung, sondern soll dir eine erste Orientierung geben. Ob und welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Situation und einer genauen Prüfung ab.
Weiterführende Informationen
Für offizielle Hintergründe und weiterführende Informationen kannst du diese Quellen nutzen:
Häufige Fragen
Sollte ich mich bei der BU-Rente am Netto- oder Bruttoeinkommen orientieren?
Für die Alltagspraxis ist das Nettoeinkommen meist der bessere Ausgangspunkt, weil du daraus deine laufenden Ausgaben bezahlst. Zusätzlich solltest du deine Fixkosten, Vorsorgebeiträge und absehbare Veränderungen prüfen.
Welche Faustregel hilft bei der BU-Rentenhöhe?
Eine Faustregel kann sich am Nettoeinkommen und an deinem Lebensstandard orientieren. Sie ist aber nur ein Startpunkt, denn entscheidend sind deine tatsächlichen Ausgaben, Verpflichtungen und künftigen Veränderungen.
Kann ich die BU-Rente später erhöhen?
Das kann möglich sein, hängt aber vom Vertrag ab. Dynamik und Nachversicherung können spätere Erhöhungen erleichtern, sollten aber vor Abschluss genau geprüft werden.
